Archive for the ‘Finanzen’ Category

Börsenhändler erschießt neun Menschen und richtet sich nach Amoklauf selbst

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Atlanta (Reuters) - Ein offenbar frustrierter Börsenhändler hat in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia zwölf Menschen getötet und sich selbst das Leben genommen.Der Bürgermeister der Stadt, Bill Campbell, erklärte am Donnerstagabend, der 44jährige Mark Barton sei fünf Stunden nach der Tat von der Polizei gestoppt worden und habe sich selbst gerichtet. Barton hatte am Nachmittag in einem Bürogebäude Atlantas wild um sich geschossen. Dabei wurden neun Menschen getötet und zwölf verletzt. Im Haus des Mannes wurden die Leichen seiner Frau und seiner zwei Kinder aufgefunden, die offenbar bereits vor Tagen getötet wurden. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Der Amokschütze Mark Barton.
Bürgermeister Campbell erklärte, Barton sei am Nachmittag in ein Bürogebäude im Finanzviertel Atlantas gegangen und habe dort vier Menschen erschossen. Anschließend habe er ein weiteres Büro aufgesucht und dort fünf Menschen erschossen. Nach Polizeiangaben hatte Barton drei Waffen bei sich. Nach der Tat flüchtete er in seinem Auto.

Augenzeugen berichteten, Barton habe sich in dem Bürozentrum zunächst ganz normal mit den Angestellten eines Händlerbüros unterhalten. Dabei habe er sich besorgt über den Handelstag geäußert. Anschließend habe er unvermittelt eine Waffe gezogen und wie wild um sich geschossen. Die Menschen seien dann in Panik auf die Straße gerannt, andere hätten sich in Todesangst unter Schreibtischen verkrochen. Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehen, dass er in einem Büroraum große Blutlachen gesehen habe. Er habe wegschauen müssen, da er den Anblick nicht mehr habe ertragen können.

Campbell sprach von der Tat eines geistig Verwirrten und wies Spekulationen zurück, nach denen Barton die Tat wegen geschäftlichen Verlusten begangen habe. Darüber hinaus habe es offenbar bereits vor Donnerstag Tote gegeben. Im übrigen stiegen und fielen die Kurse an der Börse jeden Tag, ohne dass es zu derartigen Tragödien käme. Polizeichef Harvey Houtkin erklärte im US-Fernsehsender CNN, Barton habe nach Angaben von Mitarbeitern der Finanzdienste seit Ende April keine Geschäfte mehr getätigt. Der Präsident des Finanzdienstleisters All-Tech, Mark Shefst, sagte, Barton habe in Scheidung gelebt. Dies könne der Hintergrund für die Tat sein.

Mehr als 200 Polizisten nahmen nach den Schüssen Bartons dessen Verfolgung auf. Dieser sei schließlich fünf Stunden nach der Tat an einer Tankstelle 16 Kilometer östlich von Atlanta gestellt worden, erklärte Campbell. Noch bevor die Beamten ihn festnehmen konnten, habe sich dieser umgebracht. Zuvor habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass er Widerstand leisten würde.

Im Haus Bartons, 56 Kilometer südlich von Atlanta, waren nach Polizeiangaben zuvor dessen Frau sowie seine sieben Jahre alte Tochter und sein 12jähriger Sohn tot aufgefunden worden. Polizeichef Jimmy Mercer erklärte, die Kinder seien in Laken gehüllt auf ihren Betten gefunden worden. Neben ihnen habe Spielzeug gelegen. Bartons Ehefrau sei in einem Wandschrank aufgefunden worden. Barton habe vier Schriftstücke hinterlassen, nach denen seine Frau offenbar am Dienstag und die Kinder am Mittwoch getötet wurden. Die Opfer seien offenbar zu Tode geprügelt worden.

Nach Angaben der Polizei wurde Barton 1994 verdächtigt, seine erste Frau und seine Schwiegermutter erschlagen zu haben. Hinreichende Beweise seien dafür aber nicht gefunden und der Fall nie aufgeklärt worden. Barton sei aber damals der einzige Verdächtige gewesen.

Nach Angaben der Polizei war die Tat von Donnerstag die schlimmste Massenerschießung in Atlanta in diesem Jahrhundert. In den USA haben in der Vergangenheit immer wieder bewaffnete Amokläufer zahlreiche Menschen getötet. Im April hatten an einer Schule in einem Vorort von Denver im Bundesstaat Colorado zwei Schüler wie wild um sich geschossen. Sie töteten dabei 13 Menschen, bevor sie sich selbst das Leben nahmen. Nach dem Massaker waren in den USA wieder Stimmen laut geworden, die eine drastische Verschärfung der Waffengesetze forderten. In den USA sind Millionen von Waffen in Privatbesitz.

Wie Schummler beim Finanzamt auffliegen

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Falsche Fachbücher, geheimes Erbe

Klar, schummele ich bei meiner Steuererklärung. Wäre doch gelacht, wenn ich mir von meinem sauer verdienten Geld, das ich denen in den Rachen werfe, nichts zurückholen könnte. Doch Schummeln bei der Steuererklärung ist kein Kavaliersdelikt, Die Stiftung Warentest (Heft 12/98) listet im Finanztest Gefahren auf.

Falsches Fachbuch:
Vorsicht, wenn Sie ein Kochbuch oder einen Liebesroman als Bewerbungsratgeber ausgeben! Auf jeder Buchhändlerrechnung steht eine bestimmte Ziffernfolge, mit der Finanzbeamte das gekaufte Buch dem jeweiligen Sachbereich zuordnen.

Gefährliches Arbeitslosengeld
Ein Mann verliert seinen Job und bezieht für ein paar Monate Arbeitslosengeld. Er gibt die Lohnersatzzahlungen nicht in der Steuererklärung an, obwohl das ab einem Betrag von 800,00 DM Pflicht wäre. Gefährlich! Zwar gibt es keinen Datenaustausch zwischen Arbeits- und Finanzamt, aber mit der Steuererklärung muss die Lohnsteuerkarte abgegeben werden. Und dort hat der Arbeitgeber auch den Beschäftigungszeitraum eingetragen. So erfährt das Finanzamt, dass der Mann nicht das ganze Jahr über beschäftigt war und forscht über die Lücke nach.

Heimlicher Nebenjob
Millionen Bundesbürger arbeiten nebenbei noch schwarz und versteuern den Nebenverdienst nicht. Beispiel: Ein Webmaster entwirft in seiner Freizeit Internetauftritte für ein kleines Unternehmen und kassiert 12.000,– in bar. Womit er nicht gerechnet hat: das Finanzamt führt bei Unternehmen regelmäßig Betriebsprüfungen durch. So stoßen die Beamten auch auf Honorarlisten der freien Mitarbeiter.

Schweres Erbe
Steuerpflichtige Erbschaften müssen dem Finanzamt innerhalb von drei Monaten gemeldet werden. Passiert das nicht, droht von mehreren Seiten Gefahr: Das Standesamt legt dem Finanzamt Listen mit beurkundeten Todesfällen vor, Gerichte und Notare informieren über eröffnete Testamente und erteilen Erbscheine. Banken und Versicherungen melden dem Finanzamt bei Todesfällen die vorhandenen Vermögenswerte. Das Finanzamt kassiert dann beim Betroffenen die nicht gezahlte Erbschaftsteuer inklusive Zinsen. Bei hohen Beträgen ist obendrein eine Geldstrafe fällig, bei ganz schweren Vergehen kann man sogar ins Gefängnis wandern - bis zu 10 Jahre!

Ausweg: Selbstanzeige
Für reuige Steuersünder gibt es eine Möglichkeit, um eine Strafe herumzukommen: die Selbstanzeige. Sie kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn ein Steuerzahler den Kauf eines Hauses mit Geld finanzieren will, für das steuerpflichtige Zinsen unter den Tisch gefallen sind. Nach einer Selbstanzeige muss der Sünder seine zuwenig gezahlte Steuer inklusive Zinsen nachzahlen. Die Anzeige bringt aber nur Straffreiheit, solange noch keine Ermittlungen laufen und nicht die Gefahr besteht, in den nächsten Tagen entdeckt zu werden. Setzen Sie sich vorab mit einem Steueranwalt in Verbindung.