Archive for the ‘Wirtschaft’ Category

2009 droht der Gebühren-Schub - Brüssel zwingt ARD und ZDF zu mehr Transparenz

Donnerstag, September 11th, 2008


Rundfunk-Nutzer müssen mit deutlich höheren Gebühren rechnen. Die Sender haben schon angemeldet, dass sie mehr Geld wollen. Nun wollen sie noch mehr: Wegen der Gebühren-Deckelung 2005 haben die Rundfunkanstalten 440 Millionen Euro weniger eingenommen. Die könnten bei der nächsten Runde 2009 eingefordert werden.


Für die nächste Runde der Rundfunk-Gebühren ab 1. Januar 2009 haben die Sender bereits einen höheren Finanzierungsbedarf angemeldet. Demnach sollen die Gebühren um weitere 1,50 Euro auf dann 18,53 Euro monatlich steigen. Das wären knapp neun Prozent mehr als bislang.

Doch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Gebührenstreit von ARD und ZDF mit den Ländern könnte bei der Gebührenzentrale GEZ angemeldete Empfangsgeräte noch teurer machen. ARD-Intendant Fritz Raff schloss nicht aus, dass die Sender für die ihnen entgangene Summe vom April 2005 bis 2008 Ausgleichsforderungen stellen.

Die GEZ hat diesen Ausfall auf 440 Millionen Euro beziffert. Die Summe berücksichtigt, dass die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zunächst 17,24 Euro als Bedarf der Sender bis 2008 kalkuliert hatte. Doch die Bundesländer machten einen Strich durch die Rechnung. Sie verringerten die Gebühren eigenmächtig auf 17,03 Euro.

Diesen Eingriff haben die Bundesrichter in Karlsruhe jetzt verurteilt: Die Politik darf künftig Gebührenerhöhungen nicht mehr so einfach deckeln wie bisher. Dabei ändert sich für die Gebührenzahler zunächst nichts: Bis Ende 2008 kostet ein bei der Gebührenzentrale GEZ angemeldeter Fernseher je Privathaushalt monatlich 17,03 Euro. Von diesem Geld finanzieren die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Programme.

Auch rückwirkende Erhöhungen der Rundfunkgebühren hat ZDF-Intendant Markus Schächter zwar ausgeschlossen. Schächter sagte jedoch: “Ob und in welcher Höhe die Gebühren ab 2009 erhöht werden, ist derzeit nicht absehbar.” Für die Zukunft haben manche Landesregierungen allerdings andere Pläne für Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Bemessung der Gebühren nach Geräten in den Haushalten und im Gewerbe ist umstritten. Deswegen dürfte die Gebührenrunde 2009 wohl die letzte nach dem bisherigen Muster sein. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte, danach solle in Ruhe über ein ganz neues Verfahren beraten werden.

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF können aufatmen: Die EU-Kommission stellt nicht länger die Verwendung der Rundfunkgebühren in Frage, das digitale Programm darf ausgebaut werden. Doch es gibt eine Bedingung.

Die EU-Behörde will am Dienstag ein bereits seit zwei Jahren laufendes Beihilfeverfahren gegen Deutschland offiziell einstellen, wie WELT ONLINE in Brüssel erfuhr. Die Entscheidung sei so gut wie gefallen, heißt es aus der Kommission.

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) wollte durchsetzen, dass die Rundfunkgebühren soweit reduziert werden, wie es zur Finanzierung des sogenannten Grundversorgungsauftrages erforderlich ist. Außerdem sollten die Internetaktivitäten von ARD und ZDF und zusätzliche digitale Fernsehkanäle begrenzt werden. ARD und ZDF wurden verdächtigt, mit den GEZ-Gebühren Bereiche quer zu finanzieren, in denen sie mit privaten Sendern konkurrieren. Dazu gehören etwa der Ausbau der Internetauftritte und digitaler Sender oder der Erwerb teurer Sportrechte.

U-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte von der Bundesregierung im Dezember konkrete Maßnahmen gefordert, um ihre Bedenken gegen das deutsche Finanzierungssystem des öffentlichen Rundfunks „auszuräumen“. Dies sei nun geschehen, weswegen das Verfahren eingestellt werden könne, hieß es.

Der Kompromiss sieht vor, dass die öffentlichen Anstalten in Zukunft dafür sorgen, dass ihr Auftrag klarer definiert ist und mehr Marktkonformität, Transparenz sowie Finanzkontrolle herrschen. Dies soll innerhalb von zwei Jahren in einem neuen Rundfunkstaatsvertrag geregelt werden. Ziel ist eine scharfe Trennung zwischen öffentlich-rechtlichem Auftrag von ARD und ZDF einerseits und ihren kommerziellen Tätigkeiten andererseits. Zukünftig muss gemäß der EU-Transparenzrichtlinie außerdem getrennt bilanziert werden, um eine Quersubventionierung auszuschließen.

ZDF-Intendant Markus Schächter hatte wissen lassen, dass die vereinbarten Maßnahmen Punkt für Punkt in die staatsvertraglichen Normen einfließen werden. Das ZDF werde sich an diesen Arbeiten konstruktiv beteiligen, kündigte er an. Im Gegenzug erhalten die Öffentlich-Rechtlichen von der Kommission das Recht, ihre Programme über „technisch neuartige Übertragungswege“ wie etwa über Mobiltelefone auszustrahlen sowie „neue Arten von Mediendiensten“ anzubieten.

Für die Privaten ist der Ausgang eine Enttäuschung. „ARD und ZDF kommen mit einem blauen Auge davon. Sie können nun einen Sieg feiern“, sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz. Er hatte angekündigt, die Vereinbarung notfalls erneut vor Gericht anzugreifen. Im Februar beschwerte sich der VPRT, dass die privaten Rundfunkanbieter durch neue, gebührenfinanzierte digitale TV- und Onlineangebote von ARD und ZDF massiv im Wettbewerb behindert würden, noch ehe das Verfahren der Europäischen Kommission beendet sei.

Ohne die Einigung wäre es für ARD und ZDF teuer geworden. Im schlimmsten Fall hätten die Gebühren zur Disposition gestanden. Bereits in zwei Fällen hat die Kommission die Rückzahlung staatlichen Geldes für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten verfügt, weil die Finanzierung über deren eigentlichen Zweck hinausging. Die dänische Rundfunkanstalt TV2 musste im Jahr 2004 rund 84,4 Millionen Euro an den Staat zurückzahlen, bei der niederländischen NOS waren es 76,3 Millionen Euro.

Dem jetzigen Kompromiss ging ein heftiger Streit voraus. Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber hatte kritisiert, die EU würde „auf ihrer nur auf den Wettbewerb fixierten Sicht“ beharren. SPD-Chef Kurt Beck hatte Kroes vorgeworfen, ihre Kompetenzen zu überschreiten und sprach von einem aus Brüssel verordneten „Staatsfunk“.

Metaller weiten Warnstreiks aus

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Vor allem Kölner Ford-Werke betroffen - Tarifverhandlungen stocken

Bremen/Hamburg - Der Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie wird schärfer. Am Montag traten zehntausende Beschäftigte in den Warnstreik, um die Arbeitgeber zu einem höheren Angebot zu bewegen. Allein in den Kölner Ford-Werken ließen nach Gewerkschaftsangaben zehntausend Mitarbeiter die Arbeit vorübergehend ruhen. Der Betrieb wurde in dieser Zeit lahm gelegt und etwa 200 Autos nicht gefertigt. Es kam aber auch in der dritten Tarifrunde in Bremen für die 150.000 norddeutschen Metaller nicht zu einer Annäherung von IG Metall und Arbeitgeberverband. Die Tarifparteien vereinbarten für den 9. Februar ein viertes Treffen.

Die IG Metall will ihre Aktionen in den nächsten Tagen ausweiten und allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 250.000 Beschäftigte zu Warnstreiks aufrufen. Am Dienstag werden in Darmstadt die Tarifverhandlungen für die 380.000 Metaller in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland in dritter Runde fortgeführt. Entscheidend dürfte aber erst die vierte Tarifrunde für die 840.000 Metaller im Südwesten an diesem Mittwoch werden. Die Arbeitgeber hatten für diesen Termin einen ”neuen Lösungsvorschlag” angekündigt.

Gesamtmetall-Präsident Werner Stumpfe sagte, die Gewerkschaft müsse bei den Verhandlungen im Südwesten einen ”deutlichen Schritt in Richtung Realität tun”. Der Sachverständigenrat, sämtliche Forschungsinstitute und auch die rot-grüne Bundesregierung sähen die absolute Obergrenze für Lohnerhöhungen bei 2,5 bis drei Prozent. ”Allein die IG Metall hält sich mit beiden Händen Augen und Ohren zu und beharrt auf ihren völlig unrealistischen Vorstellungen”, sagte Stumpfe.

Bisher bieten die Arbeitgeber zwei Prozent mehr Einkommen und eine gewinnabhängige Einmalzahlung bis zu 0,5 Prozent. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent für die bundesweit 3,5 Millionen Beschäftigten.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber des Nordverbundes, Hans Werner Busche, sagte, die Blockade bei den Verhandlungen entstehe durch die Weigerung der IG Metall, dem Arbeitgeber-Angebot inhaltlich und materiell entgegenzukommen. Die Gewerkschaft habe nur die seit dreieinhalb Monaten bekannte Forderung nach 6,5 Prozent wiederholt. Auf dieser Basis werde es aber keinen Abschluss geben. Der IG Metall- Bezirksleiter Küste, Frank Teichmüller, meinte, die Arbeitgeber seien angetreten, ”ohne verhandeln zu wollen”.

In Bremen fuhren Mitarbeiter der Bremer Gestra AG, Hersteller von Armaturen und Industrie-Elektronik, in einem Autokonvoi von rund 30 Fahrzeugen zum Tagungshotel der Tarifparteien. Warnstreiks gab es auch in Berlin, Kiel, Bremen, Magdeburg, Heidelberg, Aschaffenburg, Passau und Regensburg. In Bayern beteiligten sich insgesamt rund 2.500 Arbeitnehmer an den Aktionen. In Saarbrücken waren es 3.200 Arbeitnehmer. Die Autobahnauffahrt Saarbrücken-Paris musste wegen der Demonstration von rund 2.000 Metallern kurzzeitig gesperrt werden. Bereits am Freitag hatten sich mehr als 200.000 Metaller in rund 650 Betrieben an kurzfristigen Arbeitsniederlegungen beteiligt.

In Berlin kündigte IG Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel eine Ausweitung der Streiks auf Sachsen an. Die Arbeitgeber in Sachsen haben ihren Mitgliedsunternehmen ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt. Diese können sich so durch Verbandsaustritt der im September unter den Tarifparteien auf Bundesebene abgesprochenen Übernahme eines westdeutschen Abschlusses in den neuen Ländern entziehen.

Neue Postgebühren

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Auch Nachsendungen nicht mehr kostenlos

Düsseldorf (AFP). Die Deutsche Post will für Nachsendungen und für postlagernde Briefe und Pakete künftig Geld verlangen. Dies kündigte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst gestern in einem Interview mit der “Wirtschaftswoche” an.

Über Preise zu den gegenwärtig kostenlosen Dienstleistungen machte Ernst demnach keine Angaben. Insgesamt verspreche sich das Unternehmen aber Mehreinnahmen im zweistelligen Millionenbereich. Bislang haben Post-Kunden in Deutschland die Möglichkeit, ihre Sendungen etwa zur Urlaubszeit bis zu zwei Monate in einer Post-Filiale kostenlos sammeln zu lassen. Kann der Briefträger eine Sendung an einem Tag nicht zustellen, werden diese bis zu sieben Tage kostenlos in der nächsten Postfiliale aufgehoben.

Als Grund für die Abschaffung des Gratis-Dienstes nannte Ernst die von der Bonner Regulierungsbehörde verlangte Senkung des Briefportos vom Jahr 2003 an. Diese beschere der Post Mindereinnahmen von 300 Millionen Euro pro Jahr, sagte der Finanzvorstand dem Magazin. Um Kosten zu sparen, wolle das Unternehmen zudem “einige Zehntausend” seiner 140 000 Briefkästen abbauen. Außerdem könnten bis zu 10 000 Stellen im Briefdienst abgebaut werden

Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) hat die Gebührenerhöhungen und den Stellenabbau als “unangemessen” zurückgewiesen. Kritik kam auch von den Verbraucherverbänden.

Banken in NRW drehen Firmen den Geldhahn zu

Mittwoch, Juli 16th, 2008

DÜSSELDORF: Schwanhold kritisiert strenge Kreditvergabe

Die Banken in Nordrheinwestfalen drehen nach Angaben von Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) immer mehr mittelständischen Unternehmen den Geldhahn zu.
VON JOCHEN JURETTKO

Obwohl die Banken voraussichtlich erst im Jahr 2006 mit ”Basel II” zu deutlich strengeren Kreditvergaben verpflichtet würden, hätten sie bereits jetzt einen äußerst restriktiven Kurs bei der Bereitstellung von Investitionsmitteln eingeschlagen, beklagte Schwanhold in Düsseldorf.

Der Minister kritisierte die ”Abruptheit”, mit der die Banken die Änderung ihrer Geschäftspolitik zur Steigerung der Ertragslage betrieben. Von einigen würden kaum noch Kredite an kleinere und mittlere Unternehmen vergeben. Das führe nach seinen Feststellungen auch zu einer Verunsicherung bei den Sparkassen. Es sei ein ”Vakuum” bei der Kreditfinanzierung entstanden. Der Staat könne aber nicht die Funktion der Geldinstitute übernehmen, so Schwanhold.

500 000 Betriebe sind betroffen

Nach seinen Schätzungen werden mindestens 500 000 der derzeit 800000 mittelständischen Betriebe in NRW von den künftigen Kreditfinanzierungs-Beschränkungen betroffen. Obwohl zahlreiche von ihnen in der Zukunft ”potenzielle Arbeitslose” würden, beschäftigten sich bislang nur etwa fünfzig Prozent der Unternehmen mit den Folgen von ”Basel II”.

Unter diesem Stichwort entwirft der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, in dem die Notenbank-Gouverneure der wichtigsten Industrieländer vertreten sind, neue Vorschriften zum Eigenkapital der Banken. Kernpunkte sind die international standardisierte Bonitätsbewertung des einzelnen Kunden und die auf dieser Basis dann erfolgenden differenzierten Kreditkonditionen.

Während die Banken damit ihre Kreditrisiken minimieren, steigen gleichzeitig die Kreditkosten für höhere Risiken. Da viele mittelständischen Betriebe jedoch meist mit geringem Eigenkapital ausgestattet sind, werden sie nach deren Befürchtungen deutlich höhere Zinsen zahlen müssen.

Die Mittelständler würden künftig eine ”Palette von Finanzierungsmöglichkeiten” nutzen müssen, betonte Schwanhold. Dazu zählten u.a. Haftungsfreistellungs- und Bürgschaftsinstrumente. Auch sei eine Aufstockung des Eigenkapitals erforderlich, um verstärkt Investitionen aus Eigenmittel tätigen zu können.

Ruf nach mehr Transparenz

Schließlich sollten die Unternehmer ihre ”Herr-im-Haus-Mentalität” aufgeben und ihre Geschäftspolitik transparent machen. Der Minister versicherte, dass die Sicherung der künftigen Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen ein zentrales Thema der Mittelstandspolitik der Regierung darstelle.

Während andere Bundesländer längst Instrumente einer sachgerechten Mittelstandsfinanzierung geschaffen hätten, erschöpfe sich NRW in Prüfaufträgen und Versprechungen für die Zukunft, kritisierte der CDU-Wirtschaftsexperte Christian Weisbrich. Und während die Landesregierung den Eigenkapital-Mangel im Mittelstand beklage, unternehme sie in Berlin nichts, um die steuerliche Diskriminierung der Personengesellschaften unverzüglich zu beenden.

Quelle: Stimberg Zeitung

Verfassungsgericht: So viel ist eine Hausfrau wert

Mittwoch, Juli 16th, 2008

So viel ist eine Hausfrau wert

Von LARS TERLINDEN

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts (BVG) in Karlsruhe.

Karlsruhe - Er macht Karriere, sie kümmert sich um Kind und Kegel. Und wenn die Ehe in die Brüche geht, guckt sie finanziell in die Röhre. Denn Hausarbeit ist keinen Pfennig wert.

Diese Ungerechtigkeit im Scheidungsrecht gehört jetzt endgültig der Vergangenheit an. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschied (Az: 1 BVR 105/95): Kindererziehung und Berufstätigkeit sind ”gleichwertig” anzusehen.

”Ein Quantensprung für die Frauen”, so die Anwältin Elisabeth Heine aus Wilhelmshaven. Fachbuchautorin Barbara Schiebel: ”Eine echte Revolution.”

Die Vorgeschichte: Schon im letzten Juni hatte der Bundesgerichtshof (BGH) die alte Rechtssprechung, nach der Frauen für Hausarbeit im Prinzip kein Pfennig zustand, korrigiert. Jetzt bestätigte das oberste Gericht Deutschlands die neue Rechtslage.

So viel ist Hausarbeit wert: Wenn der Mann beispielsweise 3000 Euro monatlich verdient und seine geschiedene Frau 1000 Euro, bekam sie bisher in der Regel drei Siebtel vom Gehalt des Mannes.

Und dann wurde ihr eigener Verdient abgezogen. Macht im Rechenbeispiel 286 Euro Unterhalt. Nach dem neuen Urteil bekommt sie jetzt monatlich 857 Euro Unterhalt - 571 Euro, also fast das Dreifache!

Denn jetzt wird die Differenz zwischen beiden Einkommen ermittelt (3000-1000=2000 Euro), Davon stehen der Frau drei Siebtel zu - und ihr eigener Verdienst fließt in die Berechnung nicht mehr ein.

Pech aber haben Frauen, die sich auch nach der Scheidung weiter nur im Kind und Haushalt kümmern können. Sie bekommen weiterhin etwa 40 bis 44 Prozent vom Netto-Gehalt des Ex-Gatten als Unterhalt.

Quelle: www.express.de

Kassen testen

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Einen gemeinsamen Modellversuch zur Akupunktur starten jetzt zehn Ersatzkassen, nachdem das Bundesversicherungsamt (BVA) in Bonn grünes Licht zur Erprobung dieser Jahrtausende alten Heilmethode in der Schmerztherapie gegeben hat.

Das berichtet Geschäftsstellenleiter Karl-Heinz Tusker von der Kaufmännischen Krankenkasse - KKH. Ziel des Modellversuches ist es, die Wirksamkeit der Akupunktur bei bestimmten Indikationen wissenschaftlich nachzuweisen. Den Modellversuch führen folgende Kassen durch: Barmer Ersatzkasse (BEK), Deutsche-Angestellten-Krankenkasse (DAK), Kaufmännische-Krankenkasse (KKH), Hamburg-Münchener Krankenkasse (HaMü), Hanseatische Krankenkasse (HEK), Gmünder Ersatzkasse (GEK), Krankenkasse für Bau- und Holzberufe (HZK), Brühler- Ersatzkasse, Krankenkasse „Eintracht”Heusenstamm (KEH\ Buchdrukker-Krankenkasse (BK).

Anlass der gemeinsamen Initiative der Ersatzkassen ist ein Streit im Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen um die Zukunft der Akupunktur als Teil der vertragsärztlichen Versorgung. Die Kassen wollen das drohende Aus der Akupunktur verhindern. Das BVA hat im August 2000 für alle Kassen ein Erstattungsverbot ausgesprochen. Lediglich im Rahmen von Modellversuchen und nur bei drei Schmerzindikationen ist laut einer Mitteilung des Bundesausschusses vom 17. Oktober 2000 eine Übernahme von Kosten möglich.

Modellversuch Akupunktur

Ärzte können sich an dem Modellvorhaben beteiligen, wenn - eine Zulassung als Vertragsarzt vorliegt, - eine 140-Stunden-Qualifikation (A-Diplom) einschließlich Prüfung bei einer von der Ärztekammer Westfalen Lippe zugelassenen Akupunktur-Ausbildungsgesellschaft nachgewiesen wird. Versicherte der teilnehmenden Ersatzkassen wenden sich im Bedarfsfall an ihre Niederlassung, die akkredierte Ärzte nennen kann (voraussichtlich ab Mitte Juli).

Patient spricht mit

Der an der Akupunkturbehandlung beteiligte Vertragsarzt legt mit dem Patienten gemeinsam fest, ob eine Akupunkturbehandlung in Frage kommt, und regelt das Kostenverfahren, Eine vorherige Antragstellung bei der Kasse ist nicht erforderlich.

Quelle: Stadtspiegel

Unlauterer Wettbewerb

Mittwoch, Juli 16th, 2008

RENTEN-KAMPAGNE: Rechtliche Schritte gegen Versicherer

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat erste rechtliche Schritte gegen die neue Renten-Kampagne deutscher Versicherer eingeleitet.

Gegen die Victoria, Provinzial, Aachener und Münchener sowie die Hamburg-Mannheimer seien Abmahnungen wegen unlauteren Wettbewerbs verschickt worden, teilte die Verbraucherzentrale NRW mit. Die vier Konzerne köderten Kunden mit der Behauptung, langfristig alle Vorteile der neuen privaten Rentenförderung auszuschöpfen, obwohl die Bedingungen noch nicht zertifiziert seien. -dpa

Quelle: Recklinghäuser Zeitung

Handel will nicht Wechselstube sein

Mittwoch, Juli 16th, 2008

EURO: Geschäftsleute unterschätzen den Kleingeld-Bedarf

Der Einzelhandel hat die Befürchtung, bei der Bargeld - Umstellung auf den Euro als „Wechselstube” missbraucht zu werden.

VON MICHAEL WALLKÖTTER

Die Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes (EHV) Ruhr-Lippe, Recklinghausen, Susanne Brämer , appelliert deshalb an die Konsumenten, sich bei den Banken und Sparkassen mit „Starterkits” ausstatten zu lassen und nach dem l. Januar 2002 möglichst mit Euro-Kleingeld in die Geschäfte zu kommen. Die „Starterkits”, die Euro-Münzen im Gegenwert von 20 DM beinhalten, werden ab dem 17. Dezember 2001 von den Geldinstituten ausgegeben.

Für den Handel ist die Währungsumstellung mit enormen Kosten verbunden, betonte Susanne Brämer. Investitionen in neue Kassen oder die doppelte Preisauszeichnung belasteten die Bilanzen der Geschäftsleute.

Für die Unternehmen sei es nun höchste Zeit, sich mit dem Euro zu befassen, meinte die EHV - Hauptgeschäftsführerin. Vor allem der Bargeldbedarf in der etwa zweiwöchigen „heißen Phase” nach der Umstellung müsse ermittelt werden. Nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes werden die benötigten Euro-Mengen von vielen Händlern unterschätzt. Der Verband befürchtet, dass die überwiegende Zahl der Kunden zunächst nur Euro-Papier aus der Brieftasche ziehen wird. Deshalb Susanne Brämers Rat an die Geschäftsleute: „Registrieren Sie eine Woche lang, wie viel Wechselgeld ausgegeben werden müsste, wenn alle Kunden ihre Ware mit dem nächsthöheren Geldschein bezahlten. Addieren Sie dann noch einen Sicherheitszuschlag.” Das Ergebnis sei der Münzbedarf für die erste Woche nach dem Jahreswechsel. Außerdem rät der Verband den Betrieben, die im September anlaufenden Euro-Schulungen der Landeszentralbanken wahrzunehmen und rechtzeitig vor dem Jahreswechsel die doppelte Preisauszeichnung abzuschließen. „Sonst droht eine arbeitsreiche Silvesternacht”, so Susanne Brämer.

Quelle: Recklinghäuser Zeitung

Sind unsere Spritpreise berechtigt oder ist es Abzocke der Ölmultis?

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Wenn man sich in den vergangenen Wochen und Monate unsere Spritpreise angeschaut hat, da kann einem das Autofahren schon vergehen.

Zum Jahresanfang war es die Ökosteuer und jetzt sind es die Ölmultis, die die Anzeigen an den Zapfsäulen nach oben klettern lassen.

Wenn man sich den derzeitigen Erdölpreis ansieht kann man feststellen, dass der Erdölpreis geringfügig über den Werten im Februar 2001 und noch unter dem Preisniveau des Vorjahres liegt. Aufgrund dieses Preisniveaus ist es kaum verständlich, dass wir jetzt so eine drastische Erhöhung der Spritpreise haben wie es derzeit der Fall ist.

Ist es eine normale Preisentwicklung oder ist es Abzocke der Ölmultis! Meiner Meinung nach ist es Abzocke der Ölmultis. Die Erdölpreisentwicklung rechtfertigt nicht unsere derzeitigen Spritpreise.

In der Vergangenheit war immer der Autofahrer die ”Kuh” die man ohne Gewissenbisse melken konnte. Dabei war es gleich welche Seite gemolken hat, ob Staat oder Ölmultis.

Zum Glück haben wir eine Organisation in der Bundesrepublik, die gegen solche Preistreibereien einschreitet. Aber in diesem Fall hört und sieht man nichts von unserem Bundeskartellamt. Die einzige Aussage, die in den letzten Wochen und Monate vom Bundeskartellamt zu hören war ”Wir sehen keinen Grund einzuschreiten die derzeitige Preisentwicklung entspricht dem augenblickliche Preisgefüge”. Diese Aussage wurde schon vor Wochen gemacht und in der Zwischenzeit hat sich das Preisgefüge verändert und zwar geht der Spritpreis ständig aufwärts.

Jetzt muss ich mich bei den Ölmultis entschuldigen. Natürlich hatten wir auch Tage dabei wo der Spritpreis gefallen ist, um am darauf folgenden Tagen wieder um das Doppelte zu steigen.

Die Preiserhöhungen gehen nicht immer von ein und demselben Ölmulti aus, sondern die Erhöhungen gehen reihum. Einmal erhöht BP zuerst und dann Aral usw. Nach meiner Auffassung sind die reihum Preiserhöhungen in einer Art versteckte Preisabsprachen, die nicht zu beweisen sind. Um dieses zu beweisen, haben wir das Bundeskartellamt. Aber im Bundeskartellamt sind auch nur Menschen beschäftigt, die wiederum auch nur Beamte sind und fahren ja auch nur einen Dienstwagen den sie nicht bezahlen müssen. Die Bezahlung übernimmt ja der Steuerzahler. Warum sollte sich dann das Bundeskartellamt die Arbeit machen und diese Preistreiberei zu untersuchen.

© 01.06.2001 Heinz Willi Ferkinghoff
Weiterveröffentlichung mit Einverständnis des Autors